Photochallenge 2016 – Teil 2

Zeit für Teil 2 der Photochallenge 2016 Serie – hier geht’s um die Themen, die es in 11 Stunden in diesem Fotowettbewerb umzusetzen galt und was ich daraus gemacht habe.

Meine Startnummer

Um 8:00 war es so weit, die Photochallenge 2016 startete und ich war an diesem Tag bereits früh auf den Beinen. Ich wusste bereits, dass es die erste Aufgabe war, die eigene Startnummer in einem Foto kreativ zu inszenieren.

Ich entschied mich dazu, mir von meinen beiden Buben helfen zu lassen und zeichnete mit Straßenkreiden das “Tempelhüpfen”-Spiel (oder Himmel und Hölle) auf die Terrasse. In einem Feld sollte dann – gut lesbar – die Startnummer stehen und eines der Kinder sollte in meinem Bildkonzept darüber springen und im Sprung in der Luft eingefroren werden. Soweit der Plan und die Vorbereitungen, fehlte nur noch die Startnummer. Es wurde die Nummer 1050 und wir machten uns dann sogleich ans Werk.

Aufwand (8/10, Zufriedenheit 9/10)

Nach dem Startnummernbild war erst einmal “Pause” angesagt, denn die weiteren 14 Themen wurden erst um 10:00 im Rahmen der offiziellen Eröffnung des Events bekannt gegeben.

Und das waren sie schließlich – die heiß ersehnten Themen der Photochallenge 2016:

  1. Meine Startnummer
  2. Brücken bauen
  3. Flower-Power
  4. Über den Dächern
  5. Aus dem Rahmen fallen
  6. I am la dolce vita (ich bin das süße Leben)
  7. Klein aber fein!
  8. ParkLeben
  9. Echt Graz!
  10. In kleinen Gassen
  11. Die Steirerin
  12. Brotkultur
  13. Echt fett!
  14. Völlig losgelöst
  15. Es dämmert

Jetzt ging es los. Zeit bis 21:00 bis zur Speicherkartenabgabe im Kunsthaus-Cafe… lassen wir die Challenge beginnen!

Brücken bauen

Nach der Themenausgabe ging es zunächst nach Hause zur Lagebesprechung in der Familie und zum Brainstorming. Die Themen wurden diskutiert und grob skizziert. Dabei stellte sich heraus, dass das nicht einfach werden würde. Nach dem ersten Frust “F… was sind dass für sch….. Themen?!!” beschlossen wir, einfach einmal anzufangen.

Für “Brücken bauen” verwendete ich zwei von drei vorsorglich am Vortag hinter dem Komposthaufen “gecastete” Weinbergschnecken. “Schnecken schaden nie” dachte ich mir, “wer weiß wofür man sie noch brauchen kann”, sammelte sie auf uns sperrte sie mit einem riesen Salatblatt über Nacht ein und dann kam ihr großer Auftritt: “Brücken bauen” sollte zwei Schnecken und eine Brücke über einen Abgrund zwischen zwei Steinen zeigen und die Botschaft “überwinden des Abgrunds”, “Verständigung zwischen zwei Lagern” zum Ausdruck bringen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich generell versucht habe möglichst viele Fotos in Hochkontrast-Schwarz-Weiß zu erstellen, da ich mir dies einerseits bei den Siegerbildern 2015 abgeschaut habe und ich durch das experimentieren draufgekommen bin, dass mir das ganz gut gefällt und es auch ein Abhebungsmerkmal zur Konkurrenz sein könnte.

Aufwand (7/10, Zufriedenheit 8/10)

Flower-Power

Hippies, Margeritenblumenkränze und Blumen in Red-Bull-Dosen-“Vasen” waren hier die ersten Ideen. Aufgrund der fehlender Hippies und Blumen sowie markenrechtlicher Bedenken starteten wir mit dem Versuch “Blumen aus einem Kraftstoffkanister” zu leeren (ein Blumenkranz in einen Rasenmäher-Benzinkanister gesteckt, aus dem eine eingefärbte Flüssigkeit herausgeleert wurde). Das Experiment scheiterte kläglich. Das Bild sah wirklich so mies aus, dass die Idee nach einigen Versuchen verworfen wurde. “Strom” für “Power” war die nächste Assoziation, daher machte ich mich auf die Suche nach einem “Strom-Schild” und wurde in der Nachbarschaft fündig. Fehlte nur noch die passende Blume, die ebenfalls im Blumenbeet gefunden wurde. Leider musste ich den Stil-Vorsatz “Schwarz-Weiß” hier zum ersten Mal brechen. Das Bild sah leider nicht nach dem aus, was ich haben wollte. Daher versuchte ich es mit Color-Key in Rot, was die Kamera unterstützte und so konnte ich schließlich das folgende Bild fertigstellen.

Aufwand (5/10, Zufriedenheit 7/10)

Über den Dächern

Das war das erste Thema, bei dem ich mich so richtig geärgert habe. “Sowas von kreativ einschränkend”, “nix mehrdeutiges möglich”, “so billig”, “wem fällt denn sowas ein” waren meine Gedanken dazu. “Rauf auf den Schlossberg und Dächer fotografieren” war die Devise – wie vielleicht 200 andere Teilnehmer auch – nicht mein Fall. Viel Aufwand auch noch, weil in die Stadt fahren, raufhirschen…mühsam….  und was soll ich dann noch tun um das Bild “besonders” zu machen? Die Kinder mit hinaufnehmen spielt sich nicht, da verliere ich viel zu viel Zeit – also entstand das erste Bild, mit dem ich sowas von nicht glücklich war. Leider konnte man weder die mühsam inszenierten Seifenblasen vernünftig erkennen, noch wirkte das Bild in Schwarz-Weiß, daher in Farbe. Ein Frusterlebnis “über den Dächern” sozusagen.

Aufwand (10/10 weils heiß war, die Kinder im Auto einschliefen, es keinen Parkplatz in der Nähe gab und es anstrengend war raufzulaufen, Zufriedenheit 1/10)

Aus dem Rahmen fallen

“Tolles Thema, da werden alle Bilderrahmen vor weiß Gott was halten und abdrücken” dachte ich mir. Nein, nicht was ich auch machen wollte – das stand fest und Rahmen hatte sich sowieso keinen zur Hand. Nur was sonst? Keine Ahnung um es ehrlich zu sagen. “Lassen wir es drauf ankommen und schauen wir mal, was vor die Linse springt” war daher die nicht ganz freiwillige Taktik. Nach dem “über den Dächern Debakel” fiel mir auf dem Weg zum Auto das etwas derbe Graffiti bei den Schlossbergstiegen auf. Na, wenn das nicht ein Zeichen ist? Ist es nicht so, dass man auch verbal “aus dem Rahmen fallen” kann? Noch dazu an einem so stark von Touristen besuchten Ort? Und dann hat man vielleicht auch noch versucht, den Begriff zu verdecken mit dem halb abgelösten Plakat, aber er kommt einfach immer wieder durch? Nette Geschichte fand ich, wartete auf einen Touristen und “click”

Aufwand (1/10, Zufriedenheit 8/10)

I am la dolce vita

Erster Eindruck zum Thema: “Was soll das denn bitte? Englisch-Italienisch Mischung? Wissen wirs dann?” und “alle ab in die Brunnen dieser Stadt – nicht der ersten Themenassoziation folgen bitte, Gerald”. Wie sich viel später herausstellen sollte ist “I am” die Nikon Werbelinie und daher die sprachliche Verwirrung. Sorry Nikon, ich Sony :-p

Dieses Bild wurde fast nach Plan umgesetzt. Fast, da mein Kleiner leider eingeschlafen hatte und daher nur mein Großer für das Foto beim angedachten “genüsslichen Eis-Schlecken” zu motivieren war. Leider ging sich auch nicht das gratis-Sax-Eis für Teilnehmer der Photochallenge aus, da wir logistisch auf dem Weg zum Stadtpark waren, um das “ParkLeben” irgendwie auf die Reihe zu bringen.

Aufwand (4/10, Zufriedenheit 6/10)

Klein aber Fein

Für dieses Thema hatte ich zwar eine Packung Gummibären ohne konkretere Idee eingepackt, als wir in die Stadt aufbrachen, aber es wurde doch eine “kleine aber feine Belohnung für den Fotografen” im Gastgarten eines Cafes in Stadtparknähe. Ich war mit dem Bild moderat zufrieden, hatte mich jedoch bereits mit der Tatsache abgefunden, dass ich mit den Themen der Photochallenge 2016 nicht gut Freund werde.

Aufwand (2/10, Zufriedenheit 5/10)

ParkLeben

Die Umsetzung dieses Themas war im Stadtpark vorgesehen. Und das war es dann auch schon mit der Planung. Mit offenen Augen ging es durch den Park und bereits nach wenigen Minuten kam ich an einer Parkbank vorbei, auf der ein älteres Paar saß. Ich ging hinter das Paar und mir fiel auf, dass da noch zwei jüngere Männer auf einer weiteren Bank saßen. Ein Baum in der Mitte sorgte für eine Betonung des Zentrums mit Hinweis auf Symmetrie und da war sie: die frei Bank links im Bild. Schnell wurden die Buben angewiesen, sich auf diese freie Bank zu setzen und so entstand mein persönliches Photochallenge Highlight. Das Leben dargestellt durch die verschiedenen Generationen von Menschen von (meinen) jungen Buben ganz links, über die jungen Männer in der Mitte sitzend bis hin zum älteren Paar auf der rechten Bank und das ganze im Park. Leben im Park sozusagen. Auslöser gedrückt und zufrieden! Endlich ein Erfolgserlebnis und danke an das Schicksal für dieses Setting!

Aufwand (1/10, Zufriedenheit 10/10)

EchtGraz!

Kein allzu tolles Thema in meinen Augen, aber was solls. Nach einem gescheiterten Versuch den Uhrturm über den Dächern des Doms vernünftig zu positionieren versuchte ich mein Glück in der Burg bei der berühmten Doppelwendeltreppe. Als ich dort jedoch zwei weitere Photochallenge Teams antraf, die einerseits die gleiche Idee zu haben schienen und andererseits mit Requisiten und Hüten ihr Glück versuchten, zog ich rasch von dannen. Etwas gefrustet gings auf die Hauptbrücke zur Ablichtung des Schlossbergs und etwas Strassenleben. Kein tolles, besonderes Foto, aber ein erledigtes Thema.

Aufwand (4/10, Zufriedenheit 2/10)

In kleinen Gassen

Zunächst versuchte ich mein Glück in der Pomeranzengasse. Hier dürfte es jedoch gefühlte 10 Fotografen und -teams gleichzeitig hingezogen haben und ich ging gleich weiter Richtung Schmiedgasse. Ich entdeckte eine Seitengasse mit einer Lichtschranke an einer Wand, auf der blaue Augen aufgeklebt wurden. Color-Key Effekt auf blau auf der Kamera eingestellt, um die Augen hervorzuheben und lauern auf Passanten oder Radfahrer, die ich aus der Gasse heraus erwischen konnte. Nach ein paar Minuten hatte ich einige Fotos beisammen und konnte mir dieses Foto aus der Beute auswählen:

Aufwand (3/10, Zufriedenheit 8/10)

Danach ging es wieder retour nach Hause. Auf dem Weg besorgte ich auch noch eine Kleine Zeitung und ein Kornspitzähnliches Brot beim Sorger in der Sporgasse für die “Brotkultur”

Die Steirerin

Die Idee zu diesem Bild hatte meine liebe Sabine und ihre Mama. Sie bereiteten auch die Kleidung der “Steirerin” vor und ich musste lediglich etwas am Outfit zupfen, das Gesicht aufmalen und das Foto machen. Gut, wenn man Unterstützung hat, mir wäre hier bestimmt nicht viel sinnvolles eingefallen.

Aufwand (8/10, Zufriedenheit 8/10)

Brotkultur

Sponsoring von Themen ist so eine Sache. Wenn “der Sorger” ein Thema vorgibt, dann was mit Brot – ok, aber was ist bitte Brotkultur? Wie kommt man denn da drauf und was macht man hier vernünftiges um das Thema umzusetzen?

Im Zuge des Brainstormings zu Beginn der Challenge hatte ich die Idee zum Foto von einem Stück Brot auf dem aufgeschlagenen Kulturteil einer Zeitung. Früh am Tag ausgedacht und viel später am Tag umgesetzt ist das hier das Ergebnis mit dem Makroobjektiv fotografiert.

Aufwand (3/10, Zufriedenheit 9/10)

Echt Fett!

“Fettig, ölig, Glibber, Butter” waren die ersten Ideen. Die Umsetzung war ein Stück Butter mit Öl übergossen mit eingefrorenen Tropfen des heruntertriefenden Öls. Also fetter geht’s denke ich wirklich nicht mehr. Im Zuge des Sets sind jedoch sicher über 100 Bilder entstanden, die ich dann aussortieren musste, sodass ich schließlich das Beste mit dem schönsten Tropfen ins Rennen schicken konnte.

Aufwand (7/10, Zufriedenheit 7/10)

Völlig Losgelöst

…von der Erde schwebt das Raumschiff völlig schwereloooooos….

Passend zur ersten Assoziation stellte sich “Major Tom” im Astronauten-Faschingskostüm für dieses Shooting bei irrer Hitze auf die Swimmingpool-Leiter um mit Wolken im Hintergrund, angeleuchtet vom grellen Reflektor (um Licht in sein Gesicht trotz des Helms zu bekommen) dieses Thema gemeinsam umzusetzen. Danke lieber Thomas für Deine Geduld und Mithilfe – ich finde das Ergebnis cooool.

Aufwand (9/10, Zufriedenheit 9/10)

Es dämmert

Eines war klar: “Heute dämmert garnichts”. Abgabedeadline ist 21:00 – da könnte es schon Dämmerung geben, aber es steht ein Gewitter vor der Tür und der Himmel zieht schon recht schnell zu.

Auf geht’s daher zur “Ersatzdämmerung” zum “Damm” des Murkraftwerkes Gössendorf. Mal sehen, was es dort gibt. Kurz nachdem ein paar Fotos von verschiedenen Seiten des Motives “im Kasten” waren fing es tatsächlich an zu regnen und ich musste die Flucht zurück ins Auto ergreifen. Die Wahl fiel dann auf folgendes Motiv, mit dem ich nicht besonders, aber ausreichend zufrieden war. Ich muss gestehen, ich freute mich eher über den Wortwitz als über das Foto und war froh, dass es danach ab zum Kunsthaus-Cafe zur Abgabe der Speicherkarte ging.

Aufwand (6/10, Zufriedenheit 4/10)

 

Nun heißts abwarten was die Jury zu den Bildern sagt. Ich war froh, als es vorbei war und muss festhalten, dass es anstrengend und sehr herausfordernd war.

 

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